Wallerdorf

✨🥰 FRONLEICHNAM 😍✨
Das Fronleichnamsfest (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi,
Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi‘ ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche,
mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.


Liebe Angehörige unserer Pfarreiengemeinschaft,

sehr geehrte Besucher unserer Homepage,

liebe Mitchristen,

 

in dieser Woche, am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, feiern wir Fronleichnam, „das Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Wie schon im letzten Jahr fällt auch heuer die Fronleichnams-Prozession wieder der Corona-Krise zum Opfer. Wir alle bedauern das! Aber unter den gegebenen Umständen ist das sicher vernünftig.

Schade auch deshalb, weil eine Fronleichnams-Prozession in gewisser Weise ein Sinnbild für unser Leben als Christen ist: Wir sind mit Gott unterwegs zu den Menschen. Die Prozession ist kein Selbstzweck, sondern Zeichen dafür, dass Gott nicht nur in Kirche und Gottesdienst in unserer Mitte ist, sondern immer. In unserem Alltag; auf den Straßen, auf denen wir zur Arbeit und zur Schule, zum Einkaufen und zur Freizeit unterwegs sind und auf denen immer wieder auch Menschen verletzt werden oder gar zu Tode kommen. Und weltweit betrachtet gibt es sicher auch Straßen, auf denen ab und zu Panzer rollen, um Tod und Verderben über andere Menschen zu bringen. Dennoch diese Erde ist alles andere als ein von Gott verlassener Ort, im Gegenteil: es gibt keinen Platz, an dem nicht auch Gott wäre! Aber nicht in Macht und Pracht, sondern in Brot und Wein, als Opfer, als Geschenk. Das beendet vielleicht keinen Krieg, aber es hilft, nicht den Halt zu verlieren, nicht zu verzweifeln und Hass nicht mit Hass zu beantworten.

Und was ist am Tag danach, wenn das Fest vorüber ist, wenn dort, wo eine Prozession stattfinden konnte, die Altäre abgebaut sind, und die Straßen gefegt. Kehrt Gott dann unserem Alltag den Rücken zu, verschließen wir ihn dann wieder in den Tabernakeln der Kirchen? Bis zum nächsten Jahr?

Nein, dann müssen wir, jede und jeder von uns zur Monstranz werden. Denn durch Taufe und Sakrament tragen wir Gott in uns. Mit uns können wir ihn zu den Menschen tragen!

Das ist unsere Aufgabe: Seine Gegenwart an jedem Ort und zu jeder Zeit zu bezeugen –  in Worten und Taten. Das ist nicht immer einfach, aber das Fest Fronleichnam, das Erlebnis intensiver Gemeinschaft mit Gott und miteinander kann uns für diesen Weg stärken.

 

In diesem Sinne ein schönes und von Gott

erfülltes Fronleichnamsfest!

Ihr Pastoralreferent Rudolf Leimpek  

 

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Fragen und Antworten rund um das Fronleichnamsfest

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Religion im öffentlichen Raum

Fronleichnam
Fronleichnam: Nächstes Jahr hoffentlich wieder mit der großen Fronleichnamsprozession.

 

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn,
zu Fronleichnam, 3. Juni 2021 (Markus 14,12-16.22-26).

 

Auch heuer wird es wohl nur wenige Fronleichnamsprozessionen geben. Die Corona-Abstandsregeln, die derzeit noch gelten, machen eine Prozession nicht recht möglich. Wie in vielen anderen Bereichen hoffen wir auf eine baldige Öffnung und Lockerung der Maßnahmen, wobei den meisten von uns klar ist, dass wir es diesen Maßnahmen verdanken, wenn die Pandemie (hoffentlich) bald überwunden ist.

 

Aber ist es überhaupt sinnvoll, Jahr für Jahr an Fronleichnam überall im Land solche Prozessionen abzuhalten? Ist es nicht etwas aufdringlich, wenn rein religiöse Veranstaltungen den öffentlichen Raum für sich beanspruchen? Und ist es für die Teilnehmer der Fronleichnamsprozessionen nicht peinlich, an den „Schanigärten“ und den zufällig Zuschauenden betend und singend vorbeizuziehen?

 

Welchen Platz hat Religion im öffentlichen Leben? Die Debatte darüber bewegt derzeit wieder einmal die Gemüter. Zur Zeit Jesu was das anders. Als er mit seinen Jüngern in Jerusalem das Paschamahl hielt, tat er das, was alle Juden an diesem Abend machten. Sie waren damals eindeutig die Mehrheit der Bevölkerung Jerusalems. Als in Österreich noch die große Mehrheit der Bevölkerung katholisch war, fiel eine Fronleichnamsprozession nicht auf. Sie gehörte zum Leben der Dörfer und selbst der Städte. Ein reiches Brauchtum hatte sich über die Jahrhunderte entwickelt, manches durchaus eine Folklore im guten Sinn.

 

Aber heute? Österreich ist religiös vielgestaltig geworden. Und für viele ist es normal, ganz ohne religiöses Bekenntnis zu leben. Gerade deshalb ist es wichtig, gegenseitig Toleranz und Wohlwollen zu praktizieren und die persönlichen Überzeugungen des Anderen zu achten. Das darf freilich keine Einbahnstraße sein. Freiheit der Religionsausübung ist vom Gesetz garantiert, ihr Missbrauch muss aber ebenso vom Gesetz abgewehrt werden. Leider wird nach wie vor weltweit in vielen Ländern die Religionsfreiheit behindert, werden Religionen vom Staat verfolgt.

 

Doch zurück zu Fronleichnam. Ich freue mich jedes Jahr auf den großen „Stadtumgang“ in der Wiener Innenstadt. Dann darf ich, gemeinsam mit vielen Menschen, die Monstranz durch die Straßen tragen, die das kleine, weiße Brot enthält, den „Leib des Herrn“ (das ist die Bedeutung des mittelalterlichen Wortes Fron-lichnam). Am Straßenrand, in den Straßenlokalen, beobachten viele Menschen dieses seltsame Schauspiel. Ich aber darf sie segnen, wer immer sie sind. Ich darf ihnen die Nähe Gottes zeigen, der Mensch wurde und sich selber uns Menschen zur Speise gibt. Ob sie es wissen oder nicht, ob sie an Christus glauben oder eine andere Religion haben, immer ist es mir eine tiefe Freude, diese so geheimnisvolle Nähe Gottes im gewandelten Brot durch die Menschenmenge zu tragen. Und ich bin dankbar, dass ich in unserem Land meinen Glauben, den ich mit vielen teile, öffentlich ausdrücken kann. Nächstes Jahr hoffentlich wieder mit der großen Fronleichnamsprozession.

@Danke Bilder: Tanja Anthofer, Siglinde Brumm