Das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Am Freitag der auf das Fronleichnamsfest folgenden Woche feiert die Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu.

Herz-Jesu …

Da denkt vielleicht so mancher an ein süßlich-kitschiges Bild im Herrgottswinkel der Groß-mutter.

Jede Zeit hat ihre eigenen Texte und ihre eigene Sprache. Und viele der Texte von Liedern und Gebeten zur Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu stammen aus der Frömmigkeit des späten 19. Jahrhunderts.

Da war weltweit ein Höhepunkt der Herz-Jesu-Verehrung. Sichtbare Zeichen sind heute noch die weltberühmte Kirche Sacre-Coeur auf dem Montmartre in Paris. Diese Kirche wurde als Zeichen gebaut, weil sich ganz Frankreich damals dem Herzen des Erlösers geweiht hatte.

Auch unsere Pfarrkirche in Wallerdorf ist diesem Patrozinium geweiht!

Die Verehrung des Herzens Jesu aber geht schon viel weiter zurück: bis zur Hl. Gertrud von Helfta, einer Mystikerin und Ordensfrau im ausgehenden Mittelalter. Dass es im 16. Jahrhundert dann zur großen Herz-Jesu-Verehrung kam, bewirkte die französische Nonne Maria Margareta Alaquoce, die durch ihre Visionen auch die Darstellung des göttlichen Herzens grundlegte: Das geöffnete Herz des Erlösers, umwunden mit der Dornenkrone, über dem Herzen das Kreuz, und darum herum die drei Flammen der göttlichen Gnade: Glaube, Hoffnung und Liebe.

Und das bedeutet:

Gott hat ein Herz für uns Menschen, und sogar ein weit offenes!

Die traditionellen Texte zur Verehrung des Herzens Jesu mögen uns heute manchmal fremd, schwülstig oder kitschig-süßlich vorkommen, und doch – betrachtet man sie näher und meditiert ihren Inhalt, so entdeckt man darin wahre Schätze!

Ich lade Sie ganz herzlich ein: nehmen Sie sich einmal die Zeit und betrachten Sie das geöffnete Herz Jesu!

Sie werden merken: es lohnt sich!

Ihr Pfarrer Alfred Binder

 

 

Herz Jesu, Gottes Opferbrand

1. Herz Jesu, Gottes Opferbrand, der unsre Lieb' entfachte!
    O Herz, in Nacht zu uns gesandt, als Schuld den Tod uns brachte!
    Wir stachen dich mit Spott und Wut,
    du tauftest uns mit deinem Blut.
    Nun müssen wir dich lieben.

 

2. Wer liebt, der kehrt zu dir nach Haus, und ist der Nacht entrissen.
    Er sendet neu mit dir sich aus als Licht zu Finsternissen.
    Du bist die Sonne, wir der Schein,
    wir können ohne dich nicht sein
    und ohne dich nicht lieben.

 

3. Herz Jesu, Trost der ganzen Welt, mach unser Herz zu deinem!
    Nimm unsre Herzen ungezählt und mache die zu einem!
    Lass uns den Hass, das bittre Leid
    fortlieben aus der dunklen Zeit;
    lass uns dein Reich erscheinen!

(Franz Johannes Weinrich, 1934)