Valentin von Rätien

Patron unseres Bistums

Sein Name bedeutet: der Kräftige (latein.)

Er war Glaubensbote in Raetien, und ein Wanderbischof, der auch in Passau wirkte
Gestorben ist er † 7. Januar um 475 (?) in Mais, heute Meran in Italien

Valentin kam der Überlieferung nach um 430 nach Passau. Als Bischof wurde er jedoch von den Bewohnern immer wieder vertrieben. Er wirkte dann bis um 450 in Rätien als Wanderbischof und starb in Mais - dem heutigen Meran - wo er in der Zenoburg bestattet wurde. Valentin war wohl tatsächlich Glaubensbote in Rätien, sicher aber nicht Bischof von Passau; was ihn nach Südtirol verschlug, ist unbekannt.

Eine Lebensbeschreibung des Bischofs von Rätien verfasste ein 482 verstorbener Mönch. Venantius Fortunatus kannte eine Valentin geweihte Kirche im Oberinntal und eine weitere, wohl auf dem Brennerpass. Arbeo von Freising berichtete vom Grab eines Valentin in Mais in der Zenoburg und, dass dessen Gebeine 739 nach Trient überführt wurden. Von dort wurden sie 761 vom bayerischen Herzog Tassilo III. nach Passau übertragen; Tassilo wollte damit die Unabhängigkeit vom Frankenkönig und der fränkischen Kirche demonstrieren. In Passau wird Valentin seitdem neben Stephanus als Bistumspatron verehrt. Um 1200 wurde anlässlich der angeblichen Auffindung seines Grabes im Vorhof des Passauer Domes eine Lebensgeschichte verfasst von einem - wie auf der Bistumshomepage heißt, fantasiebegabten Domgeistlichen; der erzählte, dass Valentin in der Gegend um Passau wirkte, aber wegen der Wildheit der Bewohner ohne Erfolg blieb und sich schließlich nach Misshandlungen und Vertreibung in die Alpen zurückzog.

Im Römischen Kalender ist sein Gedenktag am 7. Januar eingetragen, seit 2018 wird er in der Diözese Passau am 1. Juli gefeiert, um die Häufung der Festtage im Weihnachtskreis etwas zu entzerren.

Im deutschen Sprachgebiet rangiert der Tag als nicht gebotener Gedenktag, wobei er aber im Bistum Sankt Pölten als gebotener Gedenktag eingetragen ist.
In Passau wird auch die Übertragung seiner Gebeine von Altötting nach Passau in den Dom am 4. August als fest begangen. Diese Gebeine ruhen bis heute am ersten rechten Seitenaltar unter der Domkuppel neben denen des Hl. Maximilian.

Valentin wurde Patron gegen Fallsucht, also Epilespie, aufgrund der Verballhornung seines Namens von Valentin zu „Fall'-net-hin“.

Patron gegen Epilepsie, Krämpfe, Gicht und Viehseuchen
Bauernregel: St. Valentin nimmt die Feiertag hin.

(Das galt allerding nur, als sein Fest noch am 7. Januar gefeiert wurde!)

 

 

Valentin_von_raetien_passauer

 

 

valentin_patron_epileptiker

 

 

passau_dom

 

Diözese will ihren ersten Patron aus dem Dornröschenschlaf holen
Bistum Passau feiert Valentinstag künftig im Sommer


Der Valentinstag? Ist doch am 14. Februar. Nicht so im Bistum Passau. Dort wurde er bisher am 7. Januar begangen. Ab diesem Jahr wird es der 1. Juli sein. Müssen sich Liebende in Niederbayern nun umstellen?


Mit Sankt Valentin verbinden Liebende und Blumenhändler traditionell den 14. Februar. Dabei stört es sie kaum, dass eine historische Person dieses Namens nicht verbürgt ist, weshalb dieser Gedenktag 1970 aus dem offiziellen Kirchenkalender verschwand. Ein Heiliger gleichen Namens firmiert seit alten Zeiten als erster Patron des Bistums Passau. Auch über ihn gibt es fast kein gesichertes Wissen - aber einen Feiertag, der nun mit offizieller Erlaubnis des Vatikan vom 7. Januar auf den 1. Juli verlegt wird.

Die Verantwortlichen wollen mit dem neuen Termin die Nummer eins ihrer drei Diözesanpatrone aus dem Dornröschenschlaf holen. Dessen Namenstag sei bisher nach Weihnachten und Dreikönig etwas untergegangen, erläutert Seelsorgeamtsleiter Hans Bauernfeind in der neuen Ausgabe des "Passauer Bistumsblatts". Als "ein Pionier, der die Kirche aufgebaut hat", habe Valentin mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wer ist der Passauer Valentin?

Doch wie kam Valentin überhaupt nach Passau - und wer soll das gewesen sein? Im achten Jahrhundert ließ der Agilolfingerherzog Tassilo III. Gebeine eines heiligen Bischofs dieses Namens von Trient nach Passau überführen. Solche Transfers waren damals meist ein Politikum, so auch in diesem Fall. Der Herzog wollte damit Unabhängigkeit vom Frankenkönig und der fränkischen Kirche demonstrieren.

Der Stephansdom in Passau: Das Bistum wird den heiligen Valentin von Rätien ab 2018 am 1. Juli feiern und nicht mehr am 7. Januar. Sein Namenstag war bisher nach Weihnachten und Dreikönig etwas untergegangen.
Nach der Lebensbeschreibung eines 482 verstorbenen Mönches handelte es sich bei Valentin um einen "Bischof von Rätien", der zwischen 430 und 450 wirkte und am 7. Januar im heutigen Meran starb. Doch was den Mann nach Südtirol verschlug, dazu schweigen sich selbst die wenigen Quellen aus.

Valentin

Wie dem auch sei: In Passau wurde Valentin von Rätien bald neben dem heiligen Stephan verehrt. Auf Dauer aber wollte man mehr über ihn wissen. Um 1200 verfasste, wie auf der Bistumshomepage nachzulesen ist, "ein fantasiebegabter Domgeistlicher" eine spektakuläre Story über die Vita Valentins: Dass er dort predigte, "wegen der Wildheit der Bewohner" allerdings ohne Erfolg; und sich nach drei vergeblichen Versuchen misshandelt und vertrieben in die Alpen zurückzog.

Das ist alles schön erzählt, aber das missionarische Wirken eines Valentin in der Gegend um die Dreiflüssestadt schließen Historiker heute aus - erst recht, dass er einst sogar Bischof von Passau gewesen sei. Das lässt sich dem "Lexikon für Theologie und Kirche" entnehmen.

Auf einem Gemälde, das den Passauer Bistumsheiligen Valentin von Rätien zeigt, ist unten ein Epileptiker dargestellt. Valentin wird gegen Krämpfe und Epilepsie angerufen.
Das Schicksal mangelnder geschichtlicher Greifbarkeit teilt der Passauer Valentin praktisch mit allen Namensvettern, dazu zählen auch Valentin von Rom und Valentin von Terni, die beiden Paten des globalen Liebesreigens am 14. Februar. Gab es sie überhaupt, und wenn ja, waren es zwei Personen oder nur eine? Man weiß es nicht.

Wortspiel "Fall net hin"

Nun interessiert sich das fromme Volk auf Dauer nicht für derlei Faktenhuberei. Es bewies seinerseits Fantasie bei der Zuweisung einer himmlischen Zuständigkeit an den Passauer Patron, der gegen Gicht und Viehseuchen angerufen wird sowie gegen Krämpfe und Epilepsie, wie im "Ökumenischen Heiligenlexikon" verzeichnet ist. Seine Aufgabe erhielt der Heilige jedoch nicht wegen legendärer Wunderheilungen, sondern weil sein Name Anlass zum Wortspiel bot: "Fall net hin". Auf lateinisch bedeutet Valentin so viel wie "der Starke, Gesunde".

Zum Schutz vor Fallsucht wurde Valentin auch in Passau verehrt, wie Votivtafeln aus der Wallfahrtskirche auf dem Mariahilfberg bezeugen. Gerhard Kluger, Kinderarzt in Vogtareuth bei Rosenheim, hat in seiner Freizeit solche Valentinsdarstellungen aus fünf Jahrhunderten zusammengetragen. Als Spezialist für Epilepsie ist er fasziniert, wie detailliert sich Künstler mit der Erkrankung beschäftigten, noch bevor sie wissenschaftlich beschrieben war. "Auf einigen Valentinsbildern kann man fast wie von einer Fotografie ablesen, aus welcher Hirnhälfte der Anfall gekommen ist", staunt er.