
2. FASTENSONNTAG


@merci: Sora
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2. FASTENSONNTAG
REMINISZERE
Dies ist mein lieber Sohn,
an dem ich Wohlgefallen habe;
den sollt ihr hören!
Namenstage heute
Swidbert (Suitbert), David, Eudokia (Dunja, Awdotja), Leontine (Leontina, Leontia), Roger, Albin (Albinus, Aubin), Felix II.
Gebet des Tages
Gott,
du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
Kalenderblatt
Zweiter Fastensonntag
Abraham war, nach Adam und Noach, ein neuer Anfang. Mose und Elija waren Stationen auf dem
Lesung Evangelium
Der Herr beruft Abraham, den Vater des Gottesvolkes
In jenen Tagen
sprach der HERR zu Abram:
Zauber des Anfangs
Ein Impuls zum 2. Fastensonntag zum 1. März 2026 von Pastoralreferentin
Teresa Aigner
Liebe Angehörige unserer Pfarreiengemeinschaft,
sehr geehrte Besucher dieser Homepage,
liebe Mitchristen
„Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“, sagt der Volksmund. Bei einem Umzug geht oft etwas verloren oder kaputt. Nicht nur Möbelstücke, sondern auch menschliche Beziehungen werden abgebrochen, Freundschaften verlieren sich und schlafen oft ganz ein. Jeder Umzug ist ein Risiko. Gerade heute wird vom modernen Menschen eine hohe Flexibilität und Mobilität erwartet. Viele müssen ihrer Arbeitsstelle hinterher ziehen, müssen ihre Heimat verlassen, um den Job zu behalten oder um überhaupt wieder einen zu bekommen.
Sie alle haben – vielleicht ohne es zu wissen – einen berühmten Schicksalsgenossen: Abram, der später Abraham heißen wird, Abraham der vor fast 4000 Jahren den Auftrag und Befehl erhielt: “Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.“
Und Abram, so heißt es, tut das, ohne großes Aufhebens zu machen. Schon am Beginn erweist sich Abram als einer, der sich völlig auf Gott einlässt und Gott voll vertraut. Er lässt sich schließlich so weit von Gott bestimmen, dass er einen anderen Namen bekommt: Abraham – der Vater vieler Völker. (vgl. Gen 17,5).
Abram ist aus seiner Heimat in die Fremde gezogen.
War das ein Verlust? – Oder war es ein Gewinn?
Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber bei näherem Nachdenken durchaus reizvoll:
ein Umzug, der zwar zu neuen Ufern, an neue Orte, in neue Beziehungen führt, aber letztlich nicht in die Fremde, sondern in die eigentliche Heimat. Abraham — so deutet es schon vor fast 2000 Jahren der jüdische Philosoph Philo — Abraham hat eine falsche Lebensweise hinter sich gelassen: Gemeint ist die Verehrung von vielen Göttern, wie sie in der Antike des Vorderen Orients und im Mittelmeerraum üblich war. All das lässt Abraham nun hinter sich. Das Ziel, zu dem Abraham unterwegs ist und das er schließlich erreicht, ist die Erkenntnis, dass es nur einen einzigen, wahren Gott gibt, den er fortan verehrt. Als Abraham dies erreicht, hat er die wahre Heimat gefunden.
Die Geschichte Abrahams kann auch uns ansprechen. Nicht immer muss ein Umzug auch ein Weg in die Fremde sein. Er kann auch positiv ein Aufbruch zu neuen Ufern werden, eine Wende im Leben, eine Bekehrung. Oft kann es auch so sein, dass man schlechte Gewohnheiten hinter sich lässt, verkehrte Wege verlässt — und das eigentliche Leben erst findet. In diesem Sinne ist uns Abraham ein Vorbild, dass wir all das, was uns von Gott trennt, hinter uns lassen, z.B. all die „fremden Götter“, die wir verehren: Dinge, die uns scheinbar so wichtig sind, die uns aber eigentlich belasten. Das kann das Hängen-am-Besitz sein, Ängste vor Verlusten, das ständige Hetzen nach Profit und Geld, nach Vergnügen, Hali-Gali und High-Live. Wir können das alles hinter uns lassen. Abraham ist uns dafür ein guter und richtiger Wegweiser: Er hat auf die Stimme Gottes gehört und ist aufgebrochen – gefunden hat er schließlich ein Leben voller Segen und Erfüllung.
Abrahams Mut und Vertrauen ist auch ein Vorbild für die Kirche. Viele Leute sind bei Angelegenheiten, die Glaube und Kirche betreffen, geradezu allergisch gegen jegliche Neuerung. Alles soll beim Alten bleiben. So, wie es früher war und wie wir es schon immer gewohnt waren, so soll es weitergehen. So geht es aber meist nicht weiter, denn Stillstand bedeutet Rückgang. Gerade die Kirchengeschichte aber zeigt, dass unsere Kirche sehr wohl immer wieder zu neuen Ufern aufgebrochen ist — auf Gottes Geheiß, wie einst Abram.
Nur so blieb sie eine lebendige Gemeinschaft, in der Gottes Geist weht. Für uns als Kirche sagt die Abraham-Geschichte, dass wir nicht stehen bleiben sollen, nicht verharren sollen, sondern immer wieder aufbrechen in das Land, das Gott – nicht die Menschen – uns zeigen will.
Wir können also — mit Abraham als Vorbild, im Vertrauen auf Gott – Neues wagen: in unserem eigenen Leben, aber auch als Kirche. Abraham lehrt uns, nicht im Altbewährten zu verharren, sondern auf die Stimme Gottes zu hören. Wenn Gott uns einen neuen Weg weist, dann ist das aus unserer Sicht vielleicht eine Zumutung und ein Aufbruch ins Ungewisse. Letztendlich wird sich aber — auch das zeigt uns die Geschichte Abrahams — das Vertrauen auszahlen, und wir gelangen in die wahre Heimat, in Gottes Geborgenheit.
Dieses feste Vertrauen in den guten Vater, der uns überallhin begleitet,
wünsche ich Ihnen, liebe Gäste unserer Homepage, von ganzem Herzen!
Ihr
`Alfred Binder´, Pfr.

Pfarreiengemeinschaft Künzing, Wallerdorf, Forsthart
Pfarramt Künzing
St. Severin-Str. 6
94550 Künzing
Email: pfarramt.kuenzing@bistum-passau.de

